Kassensicherungsverordnung – Wissenswertes für Kassenbesitzer


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Kassensicherungsverordnung – die manipulationssichere Registrierkasse

Im Zuge der Digitalisierung sind vermehrt elektronische Kassensysteme im Einsatz. Für Unternehmer bedeutet das eine große Erleichterung im Alltag, doch dadurch ergeben sich auch erhöhte Herausforderungen für die Steuerprüfung wenn es darum geht Kassenmanipulationen aufzudecken. Durch manipulierte Systeme entgehen dem Fiskus jedes Jahr Milliarden an Steuereinnahmen. Mit dem Ziel dem einen Riegel vorzuschieben und Transparenz bei der Verwendung von elektronischen Registrierkassen zu schaffen, wird der Gesetzgeber die Kassensicherungsverordnung 2020 einführen.

In diesem Beitrag wollen wir dir die wichtigsten Punkte zur Kassensicherungsverordnung Deutschland zusammenfassend darstellen.

 

Hintergrund der Verordnung

Verordnungen sind Anleitungen, die festlegen, wie Gesetze in der Praxis umgesetzt werden. Ohne diese praxisnahen Anleitungen wären Gesetzestexte so groß wie ganze Telefonbücher. Der Kassensicherungsverordnung, kurz KassenSichV, liegt das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen zugrunde. Praktische Auswirkungen hatte das Gesetz bereits: So müssen Geschäftsvorfälle laufend erfasst und gespeichert werden und das Finanzamt hat 2018 die Kassennachschau eingeführt. Neben der Lohnsteuer- und Umsatzsteuernachschau ist sie ein weiteres Instrument zur unangekündigten Überprüfung, die das Amt ermächtigt, die Prozesse der ordnungsgemäßen Kassenführung zu kontrollieren. Um diese Möglichkeiten der Kontrolle auszuweiten, wird die neue Verordnung eingeführt.

Man kann also sagen die KassenSichV ist das Handbuch der Finanzverwaltung und gibt dir Auskunft darüber, wie du das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen in deinem Geschäftsalltag umsetzt. Damit ist sie wichtiger als das Gesetz selbst, denn sie zeigt dir, wie du in deinem Betrieb gesetzeskonform handelst. Bis zum Inkrafttreten 2020 müssen alle Kassenlösungen aktualisiert und den neuen Bestimmungen angepasst werden.

 

Grundsätze der Kassensicherungsverordnung

Der zentrale technische Baustein zur Umsetzung des Gesetzesentwurfs ist die Einführung einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE). Ab dem 1. Januar 2020 müssen elektronische Registrierkassen mit dieser Sicherheitseinrichtung ausgestattet sein. Sie besteht aus den folgenden Bestandteilen:

  • Sicherheitsmodell: Das Modul stellt sicher, dass Eingaben korrekt protokolliert und anschließend nicht mehr verändert werden können.
  • Speichermedium und digitale Schnittstelle: Auf dem Speichermedium werden die Einzelaufzeichnungen im Rahmen der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht gespeichert.
    Die einheitliche Schnittstelle gewährleistet die reibungslose Datenübertragung an das Finanzamt.

Was bedeutet das konkret?

 

Sicherheitsmodul

Das Sicherheitsmodul ist eine Art Überwachungsmodul. Es protokolliert alle Transaktionen der Kasse und stellt sicher, dass diese nicht mehr verändert werden können. Dabei wird bei jeder Transaktion ein Code an die Kasse geliefert. Dieser Code oder diese Signatur wiederum, muss auf jedem Verkaufsbeleg und jeder Kassenbuchung erscheinen.

Die Signatur erfolgt durch das Blockchain Prinzip. Das bedeutet, sobald ein Beleg erstellt wird, erhält dieser neben der eigenen Signatur ebenfalls die Signatur, des vorherigen Belegs. Das ist eine der Maßnahmen, die Manipulation zu erschweren oder sogar unmöglich machen soll, denn fehlt eine Transaktion in der Kette, ist dies sofort ersichtlich.

 

Speichermedium und digitale Schnittstelle

Die Sicherung der Daten muss darüber hinaus auf einem „nicht flüchtigen Speichermedium vollständig, unverändert und manipulationssicher erfolgen“. Damit soll sichergestellt werden, dass vor der Übergabe an das Finanzamt, keine Daten verändert werden können. Die Übermittlung der Daten an das Finanzamt erfolgt durch eine einheitliche digitale Schnittstelle.

Weitere Änderungen, die 2020 auf dich zukommen:

 

Belegausgabepflicht

Ein Beleg ist ab 2020 jedem Kunden auszugeben. Auf diese Weise können im Nachhinein keine Verkäufe storniert werden. Beim Verkauf von Waren an eine “Vielzahl von nicht bekannten Personen”, beispielsweise Bäckereien oder Kioske, ist eine Befreiung von der Belegausgabe möglich. Informiere dich hier am besten rechtzeitig, ob dein Betrieb darunter fällt.

 

Meldepflicht beim Finanzamt

Zudem müssen elektronische Kassen ab 2020 dem Finanzamt gemeldet werden und zwar bis zum Ende des Jahres. Bei der Anschaffung eines neuen Kassensystems, beträgt die Meldefrist einen Monat. Bei der Verwendung mehrerer Systeme, muss jedes einzelne gemeldet werden und auch die Außerbetriebnahme ist meldepflichtig.

Wenn du auf der sicheren Seite sein willst, empfehlen wir dir deine Kasse bis zum Ende des Jahres 2019 bei deinem zuständigen Finanzamt anzumelden.

 

Zusammenfassend gelten folgende Vorschriften:

  1. Einführung der zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) für elektronische Kassen und Übermittlung der Daten an das Finanzamt durch eine einheitliche Schnittstelle.
  2. Die Belegausgabe ist, mit Ausnahmen, verpflichtend vorgeschrieben.
  3. Elektronische Kassen müssen beim Finanzamt angemeldet werden.

 

Als helloCash Kunde bist du auf der sicheren Seite

Die technischen Richtlinien für das Sicherheitsmodul, das Speichermedium und die digitale Schnittstelle wurden vom BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – entwickelt und veröffentlicht. Du als helloCash Kunde musst dir jedoch keine Sorgen um die Einhaltung der neuen Verordnung machen. Unser Kassensystem ist durch interne Updates immer auf dem neuesten Stand. Zusätzlich werden wir dich rechtzeitig über Updates informieren und dir mitteilen, wie du deine Registrierkasse am besten aufrüsten kannst.

 

Kassensicherungsverordnung Übergangsfrist

Solltest du eine andere Registrierkasse als helloCash besitzen, empfehlen wir dir zunächst den Kassenhersteller zu kontaktieren und in Erfahrung bringen, ob sie im Zuge der KassenSichV mit einem TSE aufgerüstet werden kann. Wurde deine Kasse nach dem 25.11.2010 und vor dem 01.01.2020 angeschafft und ist bauartbedingt nicht mit einem TSE nachrüstbar, gilt eine Übergangsregelung. Bis zum Ende des Jahres 2022 dürfen diese Kassen noch verwendet werden. Danach ist man verpflichtet, die Kasse auszutauschen.

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